Stellungnahme des Bezirksausschusses Holzen in Abstimmung mit allen stimmberechtigten Ausschussmitgliedern zum Thema „Kindergarten Holzen“: Es geht weder um Luxusprobleme, noch um politische Störmanöver. Es geht um unsere Kinder und um sonst nichts!

Die vielen Kontexte, in die die Situation „Kindergarten Holzen“ momentan gerückt wird, verzerren das Bild und haben mit unseren Absichten nichts gemein. Erinnern wir uns daran, was das eigentliche Ziel war, denn dieses gerät in emotional geführten Diskussionen schnell aus den Augen: Wir wollen die Situation für unsere Kinder und die Erzieher/innen verbessern, der steigenden Nachfrage nach  Betreuungsplätzen gerecht werden und ein auf viele Jahre zukunftsfähiges  Gesamtkonzept verabschieden. Wir wünschen uns nichts mehr, als eine sachliche  Diskussion zu führen, in der Argumente ausgetauscht und die Betroffenen  beteiligt werden.

Eines sei ganz klar gesagt: Es geht hier nicht um überzogene Forderungen! 
Es geht einerseits um eine Notwendigkeit, die sich aus den heutigen  Anforderungen an Kindergärten und der nun einmal bestehenden  Gebäudesituation ergibt. Und es geht andererseits um den Erhalt von etwas Gutem, was bereits existiert!

Keine Frage: Wir haben ein tolles Gelände, welches naturnah gestaltet ist und ein großzügiges Platzangebot für die Kinder bietet. Man könnte jetzt sagen: Glück  gehabt. Glück gehabt, dass die damalige Gemeinde Holzen ihren Kindern 1972 ein so tolles Areal zur Verfügung gestellt hat. Man könnte diese Entscheidung aus  heutiger Sicht aber genauso auch ‚weitsichtig‘ und im Kontext Ihrer Zeit ‚zukunftsfähig‘ und ’nachhaltig‘ nennen.

Diese Entscheidung und das dadurch für Generationen von Kindern geschaffene Kapital nun aus übereilten und kurzfristigen Überlegungen heraus für immer zu verspielen, ist aus unserer Sicht eben genau nicht zukunftsfähig und schon gar nicht nachhaltig.

Das Außengelände wurde im Laufe der Jahre von vielen Eltern durch  Arbeitseinsätze gepflegt und mitgestaltet. Neben dem städtischen Engagement hat der Förderverein des Kindergartens in den vergangenen Jahren rund 15.000€ in eine naturnahe und kindgerechte Gestaltung und Aufwertung dieses Geländes investiert.

Nur ein Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit: Auf dem Gelände steht eine Vielzahl von Apfelbäumen, von deren Früchten im Herbst Saft gepresst wird. Diesen Saft bekommen die Kinder über die Wintermonate kostenlos zu Trinken: Besser kann man Kindern Nachhaltigkeit nicht vermitteln! Diese Bäume stehen ausschließlich auf dem westlichen Teil des Grundstücks und wären alle von einer Veräußerung im Zuge einer Grundstücksteilung betroffen.

In Zeiten von zunehmendem Bewegungsmangel – schon im frühen Kindesalter – ist viel Fläche, um sich zu bewegen, aus unserer Sicht keine schlechte Idee. Auch die Corona-Pandemie hat uns gelehrt, dass viel Platz zu haben ein hohes Gut und ganz bestimmt kein Luxusproblem ist.

Auch in anderen Stadtteilen Arnsbergs gehen die Entwicklungen jüngst genau in diese Richtung: Vergrößerung des Außengeländes, als Naturerlebnisraum  gestaltet. Wir halten diese Entwicklung für sehr positiv und unterstützen diese Vorhaben ausdrücklich. Hierbei zeigt die Verwaltung, wie eine erfolgreiche Umsetzung funktioniert. Durch Beteiligungsprojekte mit den Betroffenen im  Vorfeld: „Damit das Konzept auch passt und Wünsche hätten berücksichtigt werden können.“

Theo Nagel, Ausschussvorsitzender